13 Juni 2026

Emotionen beim Abschied von Robbert van Steijn - Gesellschaft schenkt Böhlen-Buch und Notenschlüssel

Emotionale Momente prägten die letzten Konzerte der diesjährigen Anrechtsreihe des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) in Böhlen, Borna und Markkleeberg: Chefdirigent Robbert van Steijn nahm nach fünf Jahren Abschied vom Südraum-Klangkörper und verlegt nun seinen Lebensmittelpunkt zur Familie in die Schweiz. Als in Böhlen am 5. Juni 2026 der letzte Ton verklungen war, feierte ihn der Saal mit stehenden Ovationen. 

Eine kleine Überraschung und warme Worte für den 62-Jährigen gab es auch von den LSO-Fördervereinen in Böhlen und Borna.

 

Bewegende Momente beim Abschied von Robbert van Steijn: Bärbel Kühnler und Maria Gangloff (l.) von der Gesellschaft der Freunde und Förderer des LSO überreichen dem langjährigen Chefdirigenten des Leipziger Symphonieorchesters ein Büchlein der Böhlener Historie und einen geklöppelten Notenschlüssel. Foto: Frank Prenzel

Bärbel Kühnler wandte sich im Namen des Publikums an den Generalmusikdirektor. Es seien fünf gute Jahre gewesen, betonte die Vorsitzende der in Böhlen ansässigen Gesellschaft der Freunde und Förderer des Orchesters. „Sie bleiben in unseren Herzen.“ Ein Buch zur Böhlener Geschichte und ein von Vereinsmitglied Maria Gangloff geklöppelter wunderschöner Notenschlüssel sollen van Steijn an seine Zeit mit dem LSO erinnern. Beim Übergeben brandete starker Applaus auf.

 

Der langjährige Chefdirigent des Leipziger Symphonieorchesters nimmt Abschied und freut sich auch über den wunderschönen Notenschlüssel, geklöppelt von Maria Gangloff von der Gesellschaft der Freunde und Förderer des LSO. Foto: Frank Prenzel

Großes Hallo auch zwei Tage später in Borna, wo der dortige Förderverein dem Dirigenten mit einer Zeichnung verblüffte. Der Bornaer Maler und Porträtkarikaturist Mario König hat van Steijn auf besondere Art und Weise in Szene gesetzt – ein außergewöhnliches Unikat als Geschenk. Vereinschef Dr. Tino Schütz und Stellvertreterin Kristina Kügler dankten wie auch Bornas Oberbürgermeister Oliver Urban für die Zusammenarbeit.

 

Nach der Konzertpause in Böhlen ergriff zunächst Fagottist Stefan Balciunas das Wort. „Für viele von uns war Robbert van Steijn nicht nur der Chefdirigent, sondern ein Kollege, der auch Ratschläge annahm“, lobte er im Namen des Orchestervorstandes und überreichte als Präsent alle LSO-Konzertmitschnitte der letzten Jahre und ein Plakat mit den Unterschriften der Musikerinnen und Musiker.

 

Bewegende Momente beim Abschied von Robbert van Steijn: Fagottist Stefan Balciunas vom Orchestervorstand (l.) wünscht dem langjährigen Chefdirigenten des Leipziger Symphonieorchesters alles Gute für den weiteren Weg. Foto: Frank Prenzel


Van Steijn sei es gelungen, wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Orchesters zu setzen, würdigt das LSO-Team in einer Kolumne im Programmheft des letzten Anrechts. „Sein Dirigat war geprägt von Präzision, Ausdruckskraft und einer tiefen Verbundenheit mit der Musik.“ Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt sprach als Gesellschafter des Klangkörpers von einer „konstruktiven Zeit“. Die Suche nach einem neuen Chefdirigenten läuft bereits.

 

Der 1964 in Amsterdam geborene Robbert van Steijn studierte Klavier und Orchesterleitung. Nach mehreren künstlerischen Stationen übernahm er im September 2021 das Leipziger Symphonieorchester. „Ich habe fünf fantastische Jahre gehabt“, gestand er vor dem Publikum in Böhlen und rühmte seine „wundervolle Truppe“. Die Umstände machten das LSO so wertvoll, er wisse, wie Orchester in dieser Zeit zu kämpfen hätten.

 

Seinem letztes Anrechtskonzert mit dem Kulturraumorchester gab er eine besondere Note. Neben Rossini und Beethoven kamen Werke drei neuzeitlicher Komponisten zu Gehör, die van Steijns Berufsleben kreuzten - und im Saal saßen: Willem Jeths, Paolo Marzocchi und Eduard de Boer. Auch sie wurden auf der Bühne gefeiert.

 

Bei einem anschließenden Empfang würdigten auch LSO-Geschäftsführer Marton Palko, Röthas Bürgermeister Pascal Németh und Kulturhausleiterin Christiane Fuhrmann das Wirken des scheidenden Chefdirigenten.

 

Bewegende Momente beim Abschied von Robbert van Steijn: Böhlens Kulturhausleiterin Christiane Fuhrmann schenkt dem langjährigen Chefdirigenten des Leipziger Symphonieorchesters lokale Leckereien. Foto: Frank Prenzel

Frank Prenzel

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